Muttersein ohne Selbstverlust – Seelenwege Interview mit Emanuela-Odette Perner

Mutter werden gilt gesellschaftlich als Höhepunkt weiblicher Erfüllung. Doch kaum jemand spricht darüber, was danach passiert. Über den Moment, in dem sich Identität verschiebt, Schlafmangel zur Normalität wird und alte Kindheitswunden plötzlich wieder spürbar sind. Viele Frauen erleben diese Phase still – mit der Angst, sich selbst irgendwo zwischen Verantwortung, Liebe und Erwartungen zu verlieren.

Im Gespräch mit Mentaltrainerin Emanuela-Odette Perner geht es genau um diese Realität. Nicht romantisiert, nicht weichgezeichnet, sondern ehrlich. Das Interview öffnet einen Raum für eine Frage, die viele Mütter denken, aber selten aussprechen: Wie bleibe ich ich, während ich Mutter bin?

Schon früh im Gespräch macht Emanuela-Odette Perner deutlich, dass Frauen auf vieles vorbereitet werden – nur nicht auf das, was nach der Geburt beginnt. Schwangerschaft und Entbindung sind durchgeplant, medizinisch begleitet, gesellschaftlich inszeniert. Doch was danach kommt, ist oft ein Schock.

„Du weißt jede Sekunde und jeden Zentimeter, wie weit das schon ist und sonstiges. Du weißt alles. Aber das ist nicht das Ende, das ist ja erst der Anfang.“

Dieser Satz beschreibt die unsichtbare Krise nach der Geburt. Denn Mutterschaft ist kein einzelnes Ereignis, sondern eine radikale Neuordnung des Selbst. Hormonell, emotional und psychologisch geraten Frauen in einen Ausnahmezustand. Schlafmangel wird zum Dauerzustand – und laut Emanuela nicht ohne Grund so drastisch beschrieben:

„Schlafmangel ist eine Foltermethode.“

Viele Mütter erkennen sich in dieser Ehrlichkeit wieder. Die romantische Vorstellung von Mutterschaft kollidiert mit einer Realität, über die kaum gesprochen wird.

Emanuela-Odette Perner über Stress und das innere Kind

Genau in diesen Momenten beginnt ein innerer Prozess, den Emanuela-Odette Perner als Rückkehr zum inneren Kind beschreibt.

„Stressmomente schalten unser Hirn ab und begeben uns an unsere inneren Kinder.“

Das bedeutet: In Überforderung reagieren Erwachsene plötzlich mit Strategien aus der eigenen Kindheit. Alte Muster, ungelöste Konflikte und emotionale Prägungen tauchen wieder auf. Mutterschaft wird so zur Konfrontation mit der eigenen Geschichte. Viele Frauen erschrecken über diese Intensität, obwohl sie in Wahrheit ein Hinweis auf tiefes Wachstum ist.

Diese Phase ist nicht falsch. Sie ist ein Übergang. Und Übergänge fühlen sich selten stabil an.

Warum Frauen sich in der Mutterrolle verlieren

Ein besonders sensibler Punkt im Gespräch ist die Gefahr des Selbstverlustes. Viele Frauen definieren sich nach der Geburt ausschließlich über ihre Mutterrolle. Partnerschaften verändern sich, Freundschaften brechen weg, persönliche Interessen verschwinden leise.

Emanuela-Odette Perner widerspricht der Idee, dass Selbstaufgabe ein natürlicher Teil von Mutterschaft sein müsse.

„Es ist jetzt nicht Cut, du bist Mutter und du bist jetzt tot.“

Dieser Satz ist provokant und befreiend zugleich. Mutterschaft bedeutet Verwandlung, nicht Auslöschung. Frauen dürfen wachsen, sich entwickeln und Räume für sich behalten.

Wer sich vollständig verliert, steht später vor einer existenziellen Leere – spätestens dann, wenn Kinder ausziehen und die Mutterrolle plötzlich wegfällt. Genau deshalb beginnt Selbstfürsorge nicht nach der Kinderzeit, sondern mittendrin.

Emanuela-Odette Perner: Selbstfürsorge ist Vorbildarbeit

Gerade hier setzt eine der wichtigsten Aussagen des Interviews an.

„Es ist in Ordnung, Kinder von jemand anderem betreuen zu lassen und Zeit für dich zu haben.“

Viele Mütter kämpfen mit Schuldgefühlen, sobald sie sich Zeit nehmen. Doch Kinder lernen emotionale Gesundheit nicht durch Selbstaufopferung – sie lernen sie durch Beobachtung.

„Sie lernen an dir.“

Dieser Gedanke verschiebt die Perspektive radikal. Selbstfürsorge wird nicht länger als Luxus gesehen, sondern als Teil von Erziehung. Eine Mutter, die sich respektiert, lehrt ihr Kind Selbstachtung. Sie zeigt, dass Bedürfnisse ernst genommen werden dürfen.

Arbeit, Familie und gesellschaftlicher Druck

Neben der persönlichen Ebene spricht Emanuela-Odette Perner auch über gesellschaftliche Strukturen. Moderne Arbeitswelten sind oft nicht auf Familien ausgerichtet. Mütter stehen zwischen beruflicher Identität und familiärer Verantwortung, während Väter häufig in klassischen Rollenmustern feststecken.

Für Emanuela ist klar:

„Gesunde Gesellschaften entstehen aus gesunden Familien.“

Wenn Arbeit Familien auseinander zieht, entsteht langfristig ein gesellschaftliches Problem. Mütter verlieren Anschluss, Väter verlieren Nähe, Kinder verlieren Stabilität. Die Lösung liegt nicht im individuellen Verzicht, sondern im strukturellen Umdenken. Arbeitsmodelle müssen Familien ermöglichen statt verhindern.

Der innere Kompass nach Emanuela-Odette Perner

Ein zentrales Bild im Interview ist der innere Kompass. Viele Frauen stehen nach der Geburt nicht vor einem Problem, sondern vor einer Richtungsfrage. Wer bin ich jetzt? Was darf bleiben? Was will neu entstehen?

Genau hier setzt Emanuelas Arbeit an. Sie hat allen Leserinnen ein Geschenk mitgebracht mit dem symbolischen Namen Kompass Moment – ein Coaching zur Neuorientierung.

Sie beschreibt diesen Wendepunkt so:

„Sobald die ersten Schritte sind, tut sich eine Welt auf.“

Es geht nicht darum, sofort alles zu lösen. Es geht darum, Bewegung zuzulassen. Den nächsten Schritt zu sehen. Und sich selbst zu erlauben, ihn zu gehen.

Deinen Kompass Moment kannst du über diesen Link bei Emanuela buchen:
https://www.grenzfrei.at/service-page/work-wow-kompass-moment

Mutterschaft als Transformation

Das Gespräch mit Emanuela-Odette Perner zeigt Mutterschaft als Transformation. Nicht als Ende der Identität, sondern als Neuschreibung.

Frauen dürfen Mutter sein und sich entwickeln. Sie dürfen lieben und Grenzen setzen. Sie dürfen bleiben und wachsen.

Mutterschaft ist kein Widerspruch zur Selbstverwirklichung. Sie ist eine Einladung, sich neu kennenzulernen.

Und vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft dieses Interviews:
Wer sich verloren fühlt, ist nicht gescheitert, sondern im Wandel.