Anja Jörger:
„Ich bin egoistisch“ – im positiven Sinne
Was bedeutet es wirklich, dich selbst wichtig zu nehmen? Ist das egoistisch – oder vielleicht sogar notwendig? Und was bedeutet egoistisch überhaupt?
In dieser berührenden Folge von Seelenwege spreche ich mit Anja Jörger, spirituellem Coach und Kinesiologin, über Selbstliebe, innere Fülle, Dankbarkeit und den Mut, bei sich selbst zu bleiben. Das Gespräch öffnet einen neuen Blick auf ein Wort, das viele von uns ablehnen – Egoismus – und zeigt, warum es im Kern etwas völlig anderes meint, als wir gelernt haben.
Wahrheit ihres eigenen Weges.
Selbstliebe ist kein Luxus, sondern Grundlage
Gleich zu Beginn des Gesprächs bringt Anja Jörger einen Satz ein, der viele innerlich zusammenzucken lässt:
„Du bist die wichtigste Person und die größte Liebe in deinem Leben.“
Für viele klingt das radikal. Für Anja ist es essenziell.
Denn ohne Selbstliebe können wir keine gesunden Entscheidungen treffen, keine Grenzen setzen und keine alten Muster verlassen.
„Es braucht immer die Liebe zu dir selbst. Die darf man wiederfinden.“
Selbstliebe ist für Anja Jörger kein spirituelles Ideal, sondern eine praktische Voraussetzung für Heilung – emotional wie körperlich.
Egoismus neu verstehen: „Ich bin“
Ein zentrales Thema des Interviews ist die Neubewertung des Egoismus-Begriffs.
Was gesellschaftlich oft als rücksichtslos oder selbstbezogen gilt, wird von Anja Jörger auf seine ursprüngliche Bedeutung zurückgeführt:
„Egoismus heißt im Ursprung: Ich bin.“
Dieser Perspektivwechsel ist kraftvoll.
Denn Egoismus meint hier nicht Egozentrik, sondern Selbstanerkennung. Ein inneres Ja zu dem, was wir sind – mit unserer Geschichte, unseren Grenzen und unserer Wahrheit.
„Wenn ich Egoismus als ‚Ich bin‘ sehe, kann ich sagen: Ich bin egoistisch – aber ich bin nicht egozentrisch.“
Damit macht Anja Jörger eine klare Unterscheidung:
Egozentrik trennt.
Egoismus im positiven Sinn verbindet – zuerst mit uns selbst.
Das innere Fass: Warum Geben ohne Selbstliebe erschöpft
Ein starkes Bild, das sich durch das Gespräch zieht, ist das des inneren Fasses.
Viele Menschen geben, helfen, funktionieren – und fühlen sich dennoch leer.
Anja beschreibt, dass wir oft aus einem offenen Fass heraus leben: Alles fließt ab, bevor es uns selbst nährt. Was beim Gegenüber ankommt, ist nur ein Rest.
Erst wenn wir unser Fass mit Selbstliebe, Anerkennung und innerer Stabilität füllen, entsteht Überfluss. Und genau dieser Überfluss kann weitergegeben werden – ohne Selbstaufgabe, ohne Erschöpfung.
Diese Haltung verändert Beziehungen grundlegend:
Wir geben nicht mehr, um geliebt zu werden.
Wir geben, weil wir bereits in Verbindung mit uns sind.
Macht, Stärke und Selbstermächtigung
Ein weiterer wichtiger Aspekt im Gespräch mit Anja Jörger ist der Umgang mit dem Wort Macht. Auch dieses Wort ist für viele negativ belegt – oft durch Erfahrungen von Machtmissbrauch.
Anja beschreibt, dass sie einen Umweg gehen musste: über Begriffe wie Stärke oder Klarheit. Erst später konnte sie das Wort Macht wieder annehmen – neu definiert, entkoppelt von Kontrolle oder Dominanz.
Für sie bedeutet Macht heute, präsent zu sein, Raum zu halten und anderen in ihrer Würde zu begegnen. Eine Form von Selbstermächtigung, die nicht laut ist – aber stabil.
Hingabe an den nächsten Schritt
Das Gespräch ist geprägt von einer tiefen Bodenständigkeit. Es geht nicht um große Versprechen oder spirituelle Abkürzungen, sondern um den nächsten machbaren Schritt.
Anja beschreibt ihre Haltung in schwierigen Zeiten als pragmatisch und hingebungsvoll:
Nicht alles auf einmal lösen wollen, sondern weitergehen – Schritt für Schritt.
„Einen Schritt weiter. Nicht den ganzen Berg.“
Diese Haltung entlastet. Sie nimmt Druck aus Veränderung und lädt dazu ein, sich dem Leben wieder anzuvertrauen.
Dankbarkeit als gelebte Praxis
Ein leiser, aber sehr kraftvoller Teil des Interviews ist Anjas Beziehung zur Dankbarkeit.
Nicht als Methode, sondern als Wahrnehmung.
„Es sind kleine Dinge, die mich wirklich glücklich machen.“
Natur, Tiere, Stille – all das nährt ihr inneres Gleichgewicht. Dankbarkeit entsteht hier nicht aus Zwang, sondern aus innerer Fülle.
Wenn das eigene Fass gefüllt ist, wird sichtbar, was da ist. Nicht, weil alles perfekt ist – sondern weil der Blick weiter wird.
Raum halten statt reparieren
In ihrer Arbeit begleitet Anja Jörger Menschen, die sich verloren, erschöpft oder wertlos fühlen. Ihre Haltung ist klar: Es geht nicht darum, jemanden zu „reparieren“.
„Man darf traurig sein. Man darf sein, wie man ist.“
Heilung geschieht dort, wo Raum ist. Wo Gefühle sein dürfen. Wo niemand gedrängt wird, schneller zu sein, als er kann.
Der Kraftkompass: Unterstützung für den Alltag
Zum Abschluss des Interviews stellt Anja Jörger ihr kostenloses Geschenk vor: den Kraftkompass.
Ein umfangreiches, liebevoll gestaltetes E-Book, das alltagstaugliche Unterstützung bietet – unter anderem:
- einfache Fingerhaltetechniken bei Stress und Emotionen
- stärkende Affirmationen
- kurze Meditationen
- einen Notfallplan bei Angst oder Überforderung
Der Kraftkompass ist kein Programm, sondern ein Begleiter – für Momente, in denen man sich selbst wiederfinden möchte. Ueber diesen Link kannst du ihn bekommen:
https://anjajoerger.life/gratis-ebook/
Egoistisch sein heißt, bei dir zu bleiben
Dieses Gespräch mit Anja Jörger macht eines deutlich: Selbstliebe ist kein Egoismus im negativen Sinn. Sie ist Verantwortung und Ehrlichkeit.
Oder, wie Anja es selbst auf den Punkt bringt:
„Ich bin egoistisch.“
Nicht als Abgrenzung – sondern als Einladung, bei sich zu bleiben.
Was macht das Wort Egoismus mit dir?






